24 Stunden sind nun vergangen. 24 Stunden voller Schock, Trauer, Leere und Ratlosigkeit. Der frühe Tod von Tobi Eder hat uns alle einsam zurückgelassen. Jeder nimmt anders daran Anteil. Jeder hat seine Art und Weise mit diesem Verlust umzugehen. Doch für keinen dürfte es schwerer wiegen als für Familie, Freunde und – auch aktuelle – Wegbegleiter. Ganz Eishockey-Deutschland stand gestern unter Schockstarre. Für einen Tag hatte man das Gefühl, dass die Welt stehen geblieben wäre, während man versucht, das Geschehene zu verarbeiten. Klar ist: Uns hat nicht nur ein talentierter Eishockeyspieler verlassen, sondern auch ein charismatischer Mensch. In beiden Fällen wird er eine große Lücke hinterlassen.
Durch unser Stickie-Projekt mussten sich die Wege von Tobi und mir irgendwann kreuzen. Immerhin wurde er vor fast einem Jahr von euch als „Spieler des Monats Februar 2024“ ausgezeichnet. Das war kurz vor den Playoffs. Tobi und alle anderen Mitspieler machten an jenem Tag einen Abstecher in den Fanbogen, als Überraschung für alle Beteiligten. Tobi durfte dort seine PotM-Plakette entgegennehmen. In diesem kurzen Gespräch konnte man eines sofort feststellen: Vor dir steht ein selbstbewusster, selbstsicherer aber auch charmanter, junger Eishockeyspieler, den man mit Recht als Kämpfertyp beschreiben konnte.
In dieser besagten Saison konnte Tobi dann sich noch einen großen Traum erfüllen. Er holte mit den Eisbären die Meisterschaft. Viele weitere sollten eigentlich noch folgen. Doch dieser Gegner, dieser Kampf gegen diese teuflische Krankheit war selbst für Tobi nicht zu gewinnen. Ein Gegner, der heimtückisch zuschlägt und alle Beteiligten vor vollendete Tatsachen zu stellen scheint. Doch Tobi kämpfte, wollte sich nicht unterkriegen lassen. Als ich Anfang August 2024 die Nachricht bekam, dass Tobi an Krebs erkrankt sei, war ich mir sicher: Dieser Typ schafft das, der ist ein Kämpfer.
Gestern dann die traurige Gewissheit: Tobi hat den Kampf verloren. Was uns bleibt ist Trauer und Fassungslosigkeit. Doch es bleibt uns auch die Chance, dass wir Tobi unvergessen machen können. Ihn in unseren Herzen, Gedanken und Erinnerungen behalten. Ich persönlich werde Tobi nicht direkt mit der Krankheit in Verbindung bringen, sondern mich an den charmanten, selbstsicheren Kämpfertypen erinnern.
Was uns allen bleibt ist die Chance, die Möglichkeit Tobi auf unsere Weise zu ehren. Auch ich will hier einen Absatz wiedergeben, den Ronald Toplak (Hockeyweb) verfasst hat und dem ich mich – stellvertretend für alle Stickies – mit voller Überzeugung anschließen kann:
„Die gute Nachricht lautet: Der Schmerz verändert sich im Laufe der Zeit, er ist nicht mehr so stechend wie am Anfang, er wird milder, er wiegt in unserem Alltag nicht mehr so schwer. Versprochen. Tobi ist bei uns. Bleibt bei uns. Auch bei den Eisbären. In der Kabine. Auf dem Eis. Und den Rängen. Neben jedem Spieler, jedem einzelnen Fan. Spürt ihn. Siegt für ihn. Verliert mit ihm. Weint mit ihm. Jubelt mit ihm. Er lebt weiter. Unsichthörbar. In unseren Herzen.“
Ronald Toplak
In diesem Sinne: Machet joot, Tobi
Basti, stellvertretend für alle Stickies